Erst im Sommer 2021 hatte ich damit angefangen, mich mit dem „Niederkaltenkirchen-Universum“, das die Autorin Rita Falk mit ihren Provinzkrimis erschaffen hat, zu beschäftigen. Von den bisher elf veröffentlichten Büchern rund um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer und seiner Familie sind acht auch verfilmt worden – in diesem Fall der zehnte Band, der eben jenen achten Film ergibt, zu dem ich hier gerne mein Feedback geben möchte.

Guglhupfgeschwader habe ich mir im Rahmen der „Sommernachtskino“ – Aktion des Cineplex Passau in Kooperation mit der Stadt Vilshofen an der Donau im Freibad Vilshofen angesehen.

Meinung zum Film „Guglhupfgeschwader“

Wie eingangs schon erwähnt, hatte ich letztes Jahr begonnen, die Provinzkrimis von Rita Falk nachzulesen. Wenn ich ein Buch fertig gelesen hatte, hatte ich mir zeitnah auch den mittlerweile veröffentlichten Film dazu angesehen. Man muss dazu wissen, dass das erste Buch 2010 veröffentlicht wurde und ab 2013 die Franz-Eberhofer-Serie verfilmt wurde.

Buch und Film weichen immer leicht voneinander ab – u. a. ist der Herr Moratschek in den Büchern ein Richter, mit dem Franz Eberhofer immer wieder zu tun hat. In den Filmen ist es sein Chef bei der Polizei. Oder die Nachbarin „Mooshammer Liesl“, die bisher in jedem Buch vorkommt, aber in den Filmen bisher nur einmal – in „Leberkäsjunkie“.

Guglhupfgeschwader hatte ich im September 2021 gelesen. Zwischen „Buch gelesen“ und „Film gesehen“ lag also fast ein Jahr – mein „Buchwissen“ war also nicht mehr ganz frisch und ich hatte auch ehrlichgesagt nicht mehr dran gedacht, vielleicht noch einmal grob durchzulesen. Egal.

Obwohl Guglhupfgeschwader der achte Film der Reihe ist, hat er mich trotzdem gut unterhalten. Der „neue“ Mordfall ist auch kein 0815-Fall, den man gefühlt aus jeder Kriminalproduktion kennt, sondern wird durch dieses bayerische Heimatgefühl aufgelockert. In der Provinz ist es einfach so, dass jeder jeden kennt, den einen vielleicht viel viel näher als den anderen, aber man kennt sich. Darum dreht sich auch eine der Nebenhandlungen des Films.

Auch die Auflösung des Mordfalles war für gut durchdacht und nicht zu schnell durchschaubar. Die Action-Szene zum Ende des Films auf dem Hof der Eberhofers war neben dem Humor des Films irgendwie sogar ein Highlight, denn so viel Ernsthaftigkeit war man bisher aus diesen Filmen nicht gewohnt.

In der persönlichen Nachbetrachtung muss ich aber sagen, das sich die letzten Filme von ihrer Ernsthaftigkeit am Schluss doch immer gesteigert hatten. Normalerweise geht man gefühlt davon aus, dass den Charakteren in dieser Art von Film nichts passieren kann. Die letzten Filme und vor allem Guglhupfgeschwader hat aufgezeigt, das sehr wohl auch in der Provinz einiges passieren kann.

Auch schön umgesetzt sind die filmübergreifenden Handlungen. Bei den Franz Eberhofer – Filmen steht also nicht jeder Film für sich, sondern ist zusammenhängend zu betrachten. Man könnte fast sagen, man sieht sich eine Serie an, deren Folgen im Jahresrhythmus veröffentlicht werden. Es schadet also nicht, die anderen Filme gesehen zu haben, damit die Charakterentwicklung der einzelnen Figuren aus Niederkaltenkirchen auch verständlich ist.

Die Bücher muss man meiner Meinung aber nicht gelesen haben. Wie eben schon erwähnt – sie weichen mal mehr oder weniger stark voneinander ab.

Natürlich muss man die bayerische Gemütlichkeit und „Brummeligkeit“, die Franz Eberhofer oft an den Tag legt, verstehen. Ich kann mir vorstellen, dass so mancher oberhalb des Weißwurst-Äquator lebender Kinogänger / Film-Enthusiast von dieser Art von Film nicht unbedingt angetan ist.

Weil ich an diesem Abend unter Sternenhimmel gut unterhalten worden bin, ich auch oft etwas zu lachen hatte und ich die Provinzkrimis mit Franz Eberhofer bisher jedem nur weiterempfehlen kann, lautet meine Letterboxd-Wertung:

Bewertung: 3.5 von 5.

Das aktuellste Buch von Rita Falk mit dem Titel „Rehragout-Rendezvous“ wurde im September 2021 veröffentlicht. Ich bin gespannt, ob und wann hierzu eine Verfilmung in die Kinos kommt.

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