Nachdem Spider-Man: No Way Home im Dezember 2021 mit seinen zahlreichen, inhaltichen Überaschungen Rekorde an den Kinokassen aufgestellt hat, gab’s jetzt im September 2022 mit der „The More Fun Stuff Version“ noch einmal Nachschlag. Inhaltlich blieb der Film natürlich gleich, er wurde aber mit einigen Szenen erweitert.

Fun Fact vorab: als ich im Dezember 2021 zur Preview ins Kino gegangen bin, war das Kino dort personell leicht unterbesetzt. Die Person, die Tickets verkauft hat, hat auch gleichzeitig die Snacks verkauft. So hat es einige Zeit gedauert, bis wir Ticket- und Snacktechnisch ausgestattet waren und da anscheinend bei Filmen, die wie in diesem Fall schon um 16:45 Uhr laufen, offensichtlich keine Werbung läuft, hab ich vom Film die ersten fünf Minuten verpasst.

SPIDER-MAN: NO WAY HOME – Official Trailer von Marvel Entertainment #SpiderManNoWayHome

Als ich jetzt zur „The More Fun Stuff Version“ ins Kino gegangen bin, hatten wir die Tickets zwar online gekauft, aber weil an diesem Wochenende „Kino Tag“ war, gab es lange Schlangen bei den Snacks. Und obwohl der Film diesmal zur Prime-Time um 20:20 gelaufen ist und normalerweise vorab ca. 30 Minuten Werbung läuft (diesmal offensichtlich nicht) hab ich sogar 10 Minuten des Films verpasst!

Zwar hab ich Spider-Man: No Way Home zwischen Dezember 2021 und September 2022 noch einmal im Heimkino gesehen – und damit verbunden auch die fünf Minuten, die mir von der Preview gefehlt haben, aber dafür hab ich bei BEIDEN Kinogängen nie den Anfang des Films gesehen. HaHa.

Im Regular Nerds Podcast habe ich mit Daniel bereits über unseren damaligen Kinobesuch gesprochen.

Spider-Man: No Way Home
Toby Maguire, Tom Holland und Andrew Garfield als „Spider-Men“

Wie eingangs schon erwähnt, blieb die „The More Fun Stuff Version“ inhaltlich natürlich vollkommen gleich. Wer also erwartet, das Peter Parker vielleicht diesmal doch nicht so blauäugig ist und Norman Osborn seinen Sinneswandel glaubt und hofft, das Tante May dadurch gerettet wird, den muss ich enttäuschen. Auch trotz des humorvollen Titels stirbt Tante May auch in dieser Version von Spider-Man: No Way Home.

Aber seien wir uns ehrlich: Peter Parker braucht genau diese Break-Even-Point, an dem er lernt, das Taten auch Konsequenzen haben, um wahrhaftig zu Spider-Man zu werden. Der Toby Maguire – Spider-Man hat auch seinen Onkel Ben und der Andrew Garfield – Spider-Man seine große Liebe Gwen Stacy selbstverschuldet verloren. Peter Parker braucht diese Erfahrung aber in seiner Metamorphose, um zu 100% Spider-Man zu werden. So traurig es auch ist.

Spider-Man: No Way Home bleibt mit seinen drei Spider-Men auch weiterhin ein Highlight. Ich habe damals in der Preview einen Kino-Saal selten so ausrasten hören, wie bei den beiden Szenen, als der Amazing Spider-Man und der erste Spider-Man durch die Sling-Ring-Portale geschlüpft ist.

Spider-Man: No Way Home
Toby Maguire als Piter Parker, Tom Holland als Peter Parker und Andrew Garfield als Peter Parker

Aber auch wenn man die Auftritte von Toby Maguire und Andrew Garfield bereits kennt, haben die Szenen und Dialoge der drei im gesamten Film immer wieder für Gänsehaut bei mir gesorgt. Hier schwingt auch viel Nostalgie mit – das macht den Film aber einfach zu etwas besonderem. Kurioserweise saß diesmal trotzdem jemand im Kino, der vom Andrew Garfield – Auftritt überrascht gewesen ist. Der Toby Maguire – Auftritt hat ihn dann nicht mehr so überascht – zumindest hat er hier nichts mehr gesagt.

Die zusätzlichen Inhalte in Spider-Man: No Way Home – The More Fun Stuff Version“

Natürlich hab ich mich im vorhinein gefragt, welcher „More Fun Stuff“ denn drin sein könnte, damit sich der Kinogang, für einen Film, den man eigentlich schon gesehen hat, noch einmal lohnt. So bin ich dann über einige Artikel gestolpert, die grob aufgezählt haben, was in der „The More Fun Stuff Version“ enthalten ist.
Ergebnis: kann man auf jeden Fall machen, zumal das Angebot vom „Kino-Tag“ mit 5,00 € für jeden Sitzplatz (also auch die Premium-Liegen im Kino 1 im Cineplex Passau) natürlich unschlagbar ist.

Was wird also „neues“ in Spider-Man: No Way Home – The More Fun Stuff Version erzählt:

  • Zwischen den Szenen, als Peter Parker, MJ und Ned an der Schule ankommen und der Szene, wo Peter und MJ auf dem Dach liegen und MJ in der Zeitung liest, wurden einiges an Zusatzmaterial eingefügt, das den Schulalltag von Peter zeigt. Dieser zusätzliche, kleine Handlungsstrang zeigt noch einmal detaillierter die Problematik von Peter’s neuer Bekanntheit, weil ihn jetzt jeder als Spider-Man in Aktion sehen will oder er den Hass von Mitschülern oder Lehrern spürt, die ihn für den Mörder von Mysterio halten.
  • Matt Murdock kommt noch einmal vor! Er vertritt Happy Hogan bei einem Gespräch mit der Damage Control (die Peter Parker und seine Familie und Freunde zu Beginn des Films verhört). Als Peter Parker mit den Multiversums-Bösewichten in Happy’s Wohnung geht, um dort den Replikator von Tony Stark zu benutzen, der Norman Osborn, Otto Octavius und Co. „reparieren“ soll, bekommt Happy in dieser neuen Szene eine Benachrichtung seiner Türkamera auf sein Handy. So schließt sich der Kreis dann wieder zur Szene mit dem Anruf aus seinem Auto, die schon aus der „Original“-Fassung bekannt ist.
  • Der Trailer zu „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ der in Spider-Man: No Way Home als Post-Credit-Szene eingebaut war, wurde ersetzt. In der neuen Post-Credit-Szene gibt’s einen kleinen Schuljahresrückblick, in der die Auswirkungen des letztendlich funktionierenden Zaubers auf Liberty Island ersichtlich sind. Hier werden Ausschnitte bzw. Fotos gezeigt, die man den beiden Vorgänger-Filmen „Spider-Man. Homecoming“ und Spider-Man. Far From Home“ zuordnen kann. Auf keinem der Bilder zu sehen: Peter Parker. Dieses Zusatzmaterial soll wahrscheinlich noch einmal die Tragik des Zauberspruchs aufzeigen, ich persönlich fand es aber eher ein nettes Add-On, das zeigt, wie eine Welt aussieht, in der Peter Parker offensichtlich nicht mehr existiert. Zumindest nicht so, wie es uns in insgesamt drei Standalone-Filmen gezeigt wurde

Ansonsten bin ich mir nicht wirklich sicher, ob hier und da nicht die ein oder andere Szene länger war, als im „Original“ – Spider-Man: No Way Home. Insgesamt war der Film auf jeden Fall noch einmal unterhaltsam, weil alleine die Auftritte der beiden anderen Spider-Men schon ein echter Mehrwert ist.

Trotzdem habe ich meine Letterboxd-Bewertung noch einmal (nach unten) korrigiert. Beim ersten Mal hat mich der Film zwar absolut überzeugt (auf Letterbosd 4,5/5 Sterne), nichtsdestotrotz hat mich damals schon Peter’s „kindliche“ Denkweise, das die Bösewichte doch nur kaputt sind und doch repariert werden können, irritiert. Jetzt beim dritten Mal ist mir aber bewusst geworden, das ihm diese Denkweise ja fast von Tante May aufgedrückt wird. Gut, beide haben die Konsequenzen daraus gespürt, aber für mich war dieser Handlungsstrang, der eben zum Tod von Tante May führen soll, aber eher unbehaglich.

Aber weil Spider-Man No Way Home trotzdem seine Stärken hat, und die „The More Fun Stuff Version“ noch einmal schönes, zusätzliches Szenenmaterial geliefert hat, bleibt die Wertung trotzdem sehr gut:

Bewertung: 4 von 5.

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